Preisunterschied im UMPC-Sektor?

UMPC ist die Bezeichnung für besonders kleine und handliche Notebooks. Diese Abkürzung steht für „Ultra Mobile Personal Computer“. Mit handlichem Format, geringem Gewicht und (meist) 7-Zoll Bildschirm soll bei diesen Geräten mehr Mobilität als bei den deutlich größeren und schwereren konventionellen Notebooks gegeben sein. Der einzige Wehrmutstropfen bei „richtigen“ UMPCs war jedoch bisher immer der exorbitant hohe Preis. 2000 Euro war (und ist) durchaus kein besonders hoher Preis für ein Notebook mit 7-Zoll Monitor.

Doch nun scheint Bewegung in dieses gewohnt hochpreisige Marktsegment zu kommen: Mit dem Eee PC präsentierte der taiwanesische Hersteller Asustek (Asus) einen UMPC zum Preis von knapp dreihundert Euro. Der Schock saß für die Konkurrenz wohl tief. Nachdem Asus seine Eee PC Pläne der Öffentlichkeit kundtat, gab es erst mal keine Reaktionen von anderen Herstellern. Doch dann startete Asus den Verkauf und kam schon bald nicht mehr mit den Lieferungen nach. Wenig später kündigten auch andere Hersteller ähnlich günstige UMPCs an. Die Firma E-Lead beispielsweise präsentierte mit dem „Noahpad“ einen ernst zu nehmenden Gegner für den Eee PC.

Doch wie konnte Asus den außergewöhnlich günstigen Preis eigentlich realisieren? Natürlich musste die Hardware deutlichen Sparmaßnahmen unterzogen werden. Am deutlichsten fällt dies durch den Verzicht auf eine Festplatte auf. Stattdessen wird ein Flashspeicher verwendet. Dieser weist je nach Modell eine Kapazität von zwei bis acht Gigabyte auf. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Maßnahme ist jedoch auch der Wegfall der störenden Geräusche des Festplattenkühlers. Als Betriebssystem kommt eine speziell auf den Eee PC zugeschnittene Linux-Distribution zum Einsatz. Mit Open-Source Software fällt natürlich ein beträchtlicher Kostenfaktor weg. Aber auch das Betriebssystem an sich konnte speziell auf den geringen Speicherplatz zugeschnitten werden.

Der UMPC-Markt ist momentan also deutlichen Veränderungen unterworfen. Doch es wäre falsch, aus dem Auftauchen dieser abgespeckten Mini-Notebooks auf einen bevorstehenden allgemeinen Preisverfall zu schließen. Denn UMPCs die das Vielfache eines Eee PC kosten, bieten auch einen deutlich gesteigerten Funktionsumfang.

Interessant ist nebenbei, das Asus mit dem EEE ein echter Erfolg gelungen ist. In der Vergangenheit war das nicht immer der Fall, wenn man sich beispielsweise den Großauftrag über die Herstellung von 8 Millionen Playstation 2 – Prozessoren ins Gedächtnis ruft, der 2001 an Asus vergeben wurde und der anscheinend nicht ganz so erfolgreich verlaufen ist, sonst hätte die PS3 bestimmt einen anderen Prozessor als den aktuellen.

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